Archiv des Autors: laudasim

Christchurch, die Ostküste und die Southern Scenic Road

Am 14.3 ging unser Abenteuer also wieder zu viert weiter. Erstmal wurden wichtige Dinge wie Campingausrüstung und Reiseführer eingekauft, den übrigen Tag erkundeten wir die Stadt. Aufgrund von zwei sehr starken Erdbeben in den vergangenen Jahren lässt sich Christchurch als eine einzige Ruine beschreiben. Dass man sich in der Innenstadt befindet erkennt man an den vielen Baustellen.DSC_0011

Am 15.3 ging es zu der Halbinsel Akaroa. Dort mussten wir auf einem Campingplatz vor einem angekündigten Zyklon Unterschlupf suchen.

Den 16.3 verbrachten wir dann aufgrund des Zyklons auf dem Campingplatz. Abends amüsierten sich zwei Backpackerinnen über unsere Kochkünste, denn wir benötigten ca 1 ½ Stunden um unsere Bratkartoffeln zuzubereiten.

Am nächsten Tag (17.3) war der Zyklon zum Glück vorbeigezogen, so machten wir uns auf den Weg zu einer Summitwanderung. Hier wurden wir erstmals von der überaus schönen Landschaft Neuseelands überwältigt.DSC_0062

Dienstag (18.3) fuhren wir weiter entlang der Küste Richtung Süden. Auf dem Weg besuchten wir zwei sehr schwer erreichbare Wasserfälle. Der Weg endete weit vor den Wasserfällen, so musste ein wenig geklettert werden. Abends campten wir mal wieder gewohnt günstig und spielten eine Runde Fußball mit ein paar jüngeren Jungs aus Australien.

Am nächsten Morgen 19.3 ging unsere Fahrt weiter entlang der Küste über eine Scenic Road. Hier schauten wir uns die Moeraki Boulders an. Dies sind eine Anzahl kugelförmiger Steine an der Küste von Otago. DSC_0133Abends bauten wir unser Camp in der Nähe des Strandes auf. Leider fing es an zu regnen, so zauberten wir ein kleines Regenverdeck aus einer Plane und zwei Stöckern, welches wir am Auto befestigten. Unter diesem kochten wir gemütlich und ließen den Abend mit ein paar Bier ausklingen.

Am 20.3 erreichten wir Dunedin. Hier wurde uns die Otago Peninsula empfohlen. DSC_0188Auf abgelegenen Gravelroads erforschten wir die Halbinsel mit all seinen Vogelarten und erfreuten uns an der ansehnlichen Landschaft.DSC_0196 Abends campten wir an der Purakaunui Bay.

Am nächsten Morgen (21.3) erfreuten wir uns erneut an Neuseelands Gratis-Campingplätzen, welche sich immer inmitten schönster Natur befinden. Wir erwachten an einer äußerst schönen Bucht bei angenehmem Sonnenschein. Hierzu lässt sich sagen, dass wir aufgrund unserer sehr knapp bemessenen Zeit in Neuseeland die Camping-Spots erst nach Einbruch völliger Dunkelheit erreichen, sodass wir diese erst am nächsten Morgen zu Gesicht bekommen. DSC_0272Zuerst besuchten wir die „Purakaunui Waterfalls“ in der Nähe der Bucht. Anschließend ging es über die „Horseshoe Falls“ und „Matai Falls“ zum Lake Wilkie. Danach statteten wir dem „Slope Point“, Neuseelands südlichstem Punkt, einen Besuch ab. DSC_0323Weiter ging es zur Curio Bay, an der sich ein Fossilwald befindet, welcher hunderte Millionen Jahre alt ist. Von oben konnte man die im Schlamm versunkenen Bäume erkennen und vermuten, wie es damals ausgesehen hat. DSC_0302Am Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz inmitten eines riesen Waldes. Nachdem wir ein paar Mal am Förster vorbeifuhren hielt dieser uns an und begrüßte uns mit dem Spruch „You look lost“. Zufällig war dieser auch gerade auf dem Weg zu dem Campingplatz und bot uns an uns hinzuführen. Mit unserem Stadtwagen versuchten wir also seinem Geländewagen zu folgen, zum Glück wartete er alle paar Meter. Angekommen konnten wir dem Förster bei seinem Hobby, dem Schießen mit einem Scharfschützengewehr, zusehen und zum ersten Mal bei Helligkeit unser Zelt aufbauen.

Am nächsten Tag machten wir Halt in Invercargill, einer etwas größeren Stadt mit schöner Architektur, in der wir ein paar Dinge erledigten. Abends genossen wir den Sonnenuntergang am Strand bei „Monkey Island“.DSC_0361

Advertisements

Neuseeland

Wir sind nun seit einigen Wochen in Neuseeland und eins ist uns klar: Hier könnten wir noch einmal mindestens 6 Monate verbringen. Da wir allerdings nur 1 1/2 Monate eingeplant haben ist unsere Zeit wirklich knapp. Wir verbringen also jede Minute des Sonnenlichts damit uns dieses wunderschöne Land anzuschauen und möglichst viele Eindrücke mitzunehmen. So muss leider unser Blog erstmal ein wenig zurückbleiben, da wir keine Zeit finden diesen zu schreiben.. Die Notizen werden aber weitergeführt und nachher ergänzt. Jetzt konzentrieren wir uns noch auf die letzten Wochen abseits der Heimat und freuen uns auf das Wiedersehen mit Familien und Freunden.

Bali

Am Donnerstag (27.02.) kamen wir auf der Trauminsel Bali an. Am Flughafen in Denpasar nahm uns ein junger Mann in Empfang, der an diesem Tage unser Guide seien sollte. Zusammen mit unserem gebuchten Fahrer wurden wir auf dem Weg zum Hotel auf eine Kaffeeplantage eingeladen. Dort zeigte man uns verschiedene Kaffe-, Kakao- und Teesorten, die dort angebaut werden.Am Ende der führung durften wir dann von allen Sorten eine kleine Tasse probieren. Dies waren rund 20 zum Teil leckere aber auch sehr ausgefallene Geschmacksrichtungen. Anschließend wurden wir dann zu unserem Hotel in Ubud gebracht, wo wir die nächsten 6 Tage verbringen sollten. Auch dort wurden wir wieder auf balinesische Art freundlich begrüßt und uns wurde unser sehr komfortabel ausgestattetes Zimmer gezeigt. Dies war weit besser als wir es uns jemals vorstellen konnten. Am Abend aßen wir in einem Restaurant zum günstigen Preis von 2€ p.P.. Für den nächsten Tag hatten wir ein Tour bei unserem Guide vom Vortag gebucht.

Der kommende Tag (28.02.) startete mit einer Tanzaufführung eines traditionellen balinesischen Tanzes. Dieser sollte bei lauter Glockenspielmusik den immerherrschenden Kampf zwischen Gut und Böse darstellen. Danach wurden uns die Künste der Holzschnitzerei und des Silberschmiedens gezeigt. Hierbei versuchten uns die Verkäufer natürlich jedes mal eines ihrer handgemachten Schmuckstücke zu verkaufen. Desweiteren besuchten wir einen Tempel in der Nähe von Ubud. Um diesen zu betreten mussten wir erst einmal ein Paar Gebetsröcke anziehen, damit wir die Ruhe des Tempels nicht stören würden. Nach einem kurzen Stopp an einem der Reisfelder Balis wurden wir von unserem Fahrer zu einem Restaurant gebracht, welches sich nachher als relativ teuer herausstellte. Schnell war uns klar dass wir hier auf Bali weniger für unser Essen bezahlen wollten. Am Nachmittag sahen wir uns dann den Monkey-Forest an, welcher direkt neben unserem Hotel lag. Hier kletterten und liefen viele wilde Affen herum, die ganz gerne auch mal die Touristen untersuchten oder auch versuchten diese (uns) zu beklauen. Da uns der ganze Tag zwar gut gefallen hatte, wir aber eher auf eigenen Beinen stehen wollten, beschlossen wir für die nächsten Tage erstmal keine Tour mehr zu buchen. Am Abend suchten wir dann zum Ausgleich für das relativ teure Mittagsessen nach einem Platz wo wir günstiger essen konnten. Hier bot sich ein kleines Restaurant in einem Hinterhof an. Dies sollte sich nachher noch als eine schlechte Idee herausstellen, jedoch genossen wir den Rest des Abends erst einmal in einer Bar mit Live-Band.

Wir in Gebetsrock vor dem Tempel

DSC_0063

Holzschnitzereien

DSC_0132

Der Tanz

DSC_0057

Die Affen im Monkey-Forest

DSC_0156

Am nächsten Tag hatten wir dann mit den Folgen des überaus günstigen Essen zu kämpfen. Wir verbrachten mit Magenkrämpfen den kompletten Tag im Bett und ernährten uns von Brühe und Tee.

Am Sonntag (02.03.) ging es uns zum Glück wieder ein bisschen besser, sodass wir auf den Tipp eines Hotelangestellten die Reisfelder, wenige Meter vom Zentrum der Stadt entfernt, anschauten. Dort freuten wir uns abseits von allen Touristen die unglaublich schönen Reisterrassen anzuschauen und konnten auch einige Farmer bei ihrer Arbeit beobachten. So unterhielten wir uns mit einigen Einheimischen und tranken vor der Kulisse eine der jungen Kokosnüsse.

Die Reisfelder der Stadt

DSC_0233

Für den nächsten Tag (03.03.) organisierten wir uns einen Fahrer. Dieser fuhr uns den ganzen Tag zu den Orten, wo wir hin wollten. So startete unser Trip an einem Wassertempel namens Pura Ulun Danu. DIeser liegt auf einem See direkt vor dem Vulkan Mt. Batur. Hier bot sich uns also ein atemberaubender Anblick. Leider waren wir dort nicht lange allein, so dass einige Zeit später viele Touristen den Tempel überliefen. Deswegen fuhren wir mit unserem Fahrer zu unserem nächsten Stopp, den Git Git Wasserfällen. Für wenig Geld bot uns ein Einheimischer an uns herumzuführen, doch wir bevorzugten es, die Umgebung mal wieder auf eigene Faust zu erkunden. Mittlerweile hatte es auch angefangen zu regnen, was in der Wet Season hier eigentlich nicht unüblich ist, jedoch hatten wir laut Fahrer bis jetzt ziemliches Glück mit dem Wetter. Nachdem wir die ersten zwei Wasserfälle gesehen hatten gab es ständig Abzweigungen und wir wussten keineswegs wohin die Wege führten. Wir gingen immer dem Rauschen des Wassers hinterher, sodass uns der Weg manchmal über einige Bambusbrücken führte. Nach einiger Zeit kamen wir dann wieder an der Hauptstraße an, leider noch ein paar Kilometer vom eigentlichen Start/Endpunkt enfernt. Also schlossen wir uns den Schulkindern an, die gerade nach Hause gingen und marschierten die Straße wieder hinauf. Ein „wenig“ durchnässt kamen wir dann wieder am Auto an. Der letzte Stopp für heute sollten die Reisterrassen von Jatiluhwih sein. Leider war es dort mittlerweile so stark am Regnen, dass wir nur kurz aus dem Auto gingen um einmal den Ausblick zu genießen und ein paar Fotos zu schießen. Danach ging es zurück zum Hotel und wir überlegten uns, den nächsten Tag wieder mit Wayan (unserem Fahrer) zu verbringen.

Der Ulun Dan Tempel

DSC_0449

Am nächsten Morgen (04.03.) ging es mal wieder sehr früh los. Wir wollten den noch aktiven Vulkan Mt. Batur zum Sonnenaufgang besteigen. Um 3 Uhr holte uns Wayan ab und ca. eine Stunde später starteten wir mit dem Aufstieg. Hierfür mussten wir einen Guide buchen, da seit ein paar Todesfällen der Staat nichts anderes mehr erlaubt. Auf dem Weg betete unserer Guide noch zu den Göttern des Berges, dass wir sicher dort oben ankommen sollten. Oben auf dem Aussichtspunkt machte er uns dann Frühstück (Bananensandwich und Ei). Um 6 Uhr ging dann die Sonne auf. Erneut ein unglaubliches Erlebnis, den Sonnenaufgang auf einem Berg zu verfolgen. Anschließend wurden uns noch die Krater der letzten Explosionen gezeigt und wir bekamen ein paar historische Informationen zum Vulkan. Nach dem gewohnt flotten Abstieg fuhren wir direkt weiter, denn wir hatten für heute noch den Marine & Safari – Park eingeplant. Dies ist Balis größter Zoo. Hier beeindruckten uns die sehr lustige „Animal Education Show“, bei der die trainierten Tiere zeigten was sie konnten. Ebenso imposant waren die hier heimischen weißen Tiger. Nach diesem sehr langen Tag freuten wir uns am Abend auf ein 3-Gänge-Menü, welches ein Geschenk des Hotels war.

Ein Schimpanse leutet die Show ein

DSC_0644

Einer der Tiger

DSC_0662

Der kommende Morgen (05.03.) war der letzte in Ubud. Gegen 12 Uhr wurden wir nach Kuta, der Haupttouristenstadt Balis, gefahren. Diese Stadt zeichnet sich durch das bunte Nachtleben und die vielen Einkaufsläden aus. Den Rest des Tages erkundeten wir die Stadt und machten einen kurzen Abstecher zum Strand. Am Abend gingen wir Dank einem Gutschein, welchen wir beim Schlendern durch die Straßen erhalten hatten, in die Sky-Bar. Ein vier-stöckiger Super-Club, in dem 8 Dancefloors und Bars untergebracht waren. Hier war das oberste Geschoss (wie der Name schon sagt) über den Dächern der Stadt. Im Erdgeschoss konnte man neben den Freigetränken und der guten Musikvielfalt auch noch eine Live-Band genießen. Auf dem kurzen Weg vom Club zum Hotel wurden uns dann mehr Drogen als Taxis angeboten.

Der Strand von Kuta

DSC_0830

Die nächsten Tage verliefen meist ähnlich. Tagsüber entspannten wir ein wenig im Hotelzimmer und schauten uns die Nebenstraßen der Stadt an. Abends feierten wir dann in der Sky-Bar, die uns aufgrund ihrer guten Angebote und der Location nah unseres Hotels sehr gut gefiel. Man kann sagen, dass sich in Kuta keine Attraktionen befinden, außer uns. Denn bei jedem kleinen Besuch in der Stadt oder am Strand kamen Gruppen von bis zu 20 Asiatinnen auf uns zu und verlangten alle einzeln Bilder mit uns zu machen. Diese Fotoshoots nahmen mehr Zeit in Anspruch als z.B. der eigentliche Strandbesuch. Der Strand und das Meer waren in Kuta selbst leider eine leichte Enttäuschung, da viel Müll beides verdreckte und auch einen Badegang unmöglich machte, da man dauerhaft mit Plastiktüten oder anderen Dingen in Kontakt war.

Am vorletzten Tag organisierten wir uns noch einmal einen Fahrer, der uns den Süden von Bali noch zeigen sollte. Zuerst ging es also zum Dreamland-Beach. Dieser machte seinem Namen für Surfer alle Ehre. Große und langgezogene Wellen brachen hier an der Südküste Balis. Der Strand an sich war auch super schön und auch komplett sauber. Schwimmen war hier zur Zeit leider verboten, deswegen gingen wir erstmal knietief in das Wasser. Als die erste Welle dann kam riss es einen dann fast von den Beinen. Die Strömung war so stark, dass niemand sich weiter rein traute und die Lifeguerds auch gut drauf achteten, dass niemand zu Schaden kommen kann. Natürlich hatten wir dabei einen riesen Spaß, von den Wellen immer wieder umgerissen zu werden, jedoch mussten wir dabei unsere Sachen am Strand im Auge behalten. Da die Wellen sich aber immer gute 2-3 Meter vorher auflösten, wiegten wir uns in Sicherheit. Doch dann kam eine extrem kräftige Welle und erreichte unsere Sachen. Zum Glück sprinteten einige der Badegäste gleich mit uns los und halfen uns unsere Klamotten inklusive Handys, Kameras und Geld vor dem Treiben ins Meer zu retten. Leider hatte das Wasser bis da hin schon alles erreicht. Wir mussten uns also daum kümmern unsere Kameras, Handys und Portemonnaies in der Sonne zu trocknen. Dies nahm einiges in Zeit in Anspruch, aber letztendlich waren alle unsere Geräte nachher wieder einsatzbereit und wir konnten uns auf den Weg zum Klippentempel Uluwatu machen. Der Anblick auf die riesigen Klippen, auf denen der Tempel stand, und die Wellen, die gegen diese klatschten, war gewaltig. Leider durfte man den Tempel, welcher durch seine Umgebung so bekannt geworden ist, nicht betreten. Unser letzter Halt des Tages war dann am Tempel Tanah Lot, an dem wir den Sonnenuntergang beobachten wollten. Anscheinend hatten zwar auch jede Menge andere Balinesen und Touristen den Plan, jedoch konnten wir einen super Ausblick auf den Sonnenuntergang über dem Meer erringen.

Ein Surfer am Dreamland-Beach

DSC_0751

Der Strand

DSC_0746

Sonnenuntergang am Tempel

CAM02232

Am letzten Abend feierten wir dann wieder einmal in der Sky-Bar. Dieses Mal zelebrierten wir aber den Abschluss unseres so gelungenen Urlaubs und die Eindrücke, die wir hier gewonnen hatten. Trotz der eigentlich herrschenden Wet-Season hatten wir auf unserem gesamten Aufenthalt nur einen Regentag miterlebt und ansonsten bestes Wetter genossen. Einer unserer Fahrer begründete dies mit unserem anscheinend guten Karma, denn so viel Sonne sei schon relativ Selten zu der Saison.

Den 10.02. vertrödelten wir in den Straßen Kutas, bis wir dann abends zum Flughafen gebracht wurden. Völlig entspannt freuten wir uns auf das Wiedersehen mit Julius und Ronny in Neuseeland. Da wir seit Australien jedes Zeitgefühl verloren haben, ahnten wir noch nichts von dem bevorstehenden Problem.

Am 11.02. landeten wir dann in Brisbane am internationalen Flughafen. Leider hatten wir hier einen Aufenthalt von mehreren Stunden geplant, was aber für einen günstigeren Flug notwendig war. So warteten wir am Flughafen auf den Abend und darauf, dass wir endlich wieder in den Flieger gen Neuseeland steigen können. Zwei Stunden vor dem vermeintlichen Flug checkte Simon noch einmal alle Papiere, damit bei Ankunft in Christchurch das Abholen des Mietwagens reibungslos von Statten gehen konnte. Beim Kontrollieren der Daten fiel allerdings etwas merkwürdiges auf. Es könnte sein dass der Wagen für einen Tag zu spät gebucht war, da auf dem Papier „Abholung am 13.02.“ stand. Allerdings stellte sich dann nicht raus, dass das Auto falsch gebucht, sondern wir einen Tag zu früh in Brisbane waren. Wir fragten direkt im ansässigen Flight Centre nach, ob etwas mit unserer Buchung falsch gelaufen sei, jedoch hatten wir anscheinend voller Vorfreude auf Bali das richtige Datum genannt, aber am Ende das falsche Datum unterschrieben. So blieben uns weitere 24 Stunden am Flughafen von Brisbane zu überbrücken. Insgesamt warteten wir also auf unseren Weiterflug 36 Stunden. Nach einer Nacht auf Flughafenbänken und Fast-Food-Frühstück ging dann endlich unser Flug nach Auckland.

Anflug auf Neuseeland

CAM02282

In Auckland kamen wir dann in den frühen Morgenstunden des 13.02. an. Hier erwarteten uns wieder 7 Stunden Aufenthalt bevor unser Flieger weiter nach Christchurch flog. Dort lief dann alles problemlos und wir nahmen mit unserem Mietwagen direkt einen anderen deutschen Backpacker mit zu seinem Hostel. Am Abend holten wir dann Julius und Ronny vom Flughafen ab und waren dann nach einem Monat getrennter Reise endlich wieder in der Vierergruppe vereint. Es gab so viele Erlebnisse auszutauschen, dass wir erst spät in der Nacht nach einer Unterkunft suchten, diese aber mit den Tipps eines anderen netten Backpackers schnell und ohne Probleme fanden.

Endlich wieder vereint

DSC_0001

Zu zweit zurück zum Anfang

Am 9.2. war es dann so weit: Wir waren nur noch zu zweit unterwegs. Obwohl die schöne Zeit in der 6-er Gruppe nun vorbei war, freuten wir uns darauf wieder einmal neue Erfahrungen zu sammeln, denn wir hatten ja jetzt unser „eigenes“ Auto in dem wir auch schlafen konnten.

Die Freude aufs eigene Auto ist groß

CAM02015

Nun mussten wir uns überlegen, wie wir an einen neuen Job kommen. Da uns das Jobcenter in Shepparton schon einmal gute Dienste geleistet hatte, wollten wir also am Montag mal wieder oben auf der Liste stehen. Standesgemäß wurde also unser mobiler Schlafplatz direkt am ersten Abend unter einer Brücke abgestellt. Um Platz zum komfortablen Schlafen im Kofferraum zu haben, räumten wir all unser Gepäck auf die Vordersitze, die damit bis an die Decke gefüllt waren.
Nach einer gemütlichen Nacht unter der Brücke machten wir es uns dieses Mal (Montag, 10.2.) schon um 5 Uhr vor der Tür des Büros gemütlich, da wir dachten, dass sich das mit dem frühen Anstellen rumgesprochen hätte. Während wir vor dem Office frühstückten, stellte sich erneut heraus, dass es sich gelohnt hatte, früh aufzustehen. Um 6 Uhr, 2 1/2 Stunden vor Öffnungzeit, kam ein Mitarbeiter des Büros vorgefahren, der genau einen Job für zwei anzubieten hatte. Da wir zu der Uhrzeit immernoch die einzigen vorm Office waren, hatten wir also erneut einen Job. Bedingung war allerdings, dass wir direkt aufbrechen mussten, da der Farmer noch für den selben Tag Leute brauchte. Dies passte uns ganz gut, denn jeder Tag mit Arbeit bedeutet ein bisschen mehr Geld in der schon relativ knapp bemessenen Reisekasse. So zogen wir uns also direkt wieder die Arbeitsklamotten an und machten uns auf den Weg nach Ost Shepparton, wo uns der Farmer Joe in Empfang nehmen sollte. Angekommen begrüßte uns unser neuer Arbeitgeber, drückte uns Picking-Bags in die Hand und gab Andre einen Crashkurs im Traktorfahren. Mit unserm eigenen Traktor fuhren wir zu einer Reihe Pflaumenbäume, welche wir auf Anweisung vom Boss ernten sollten. Wie immer starteten wir hochmotiviert. Drei Stunden später sah das Ganze dann schon anders aus. Nicht nur, dass die Bäume mit wenig Früchten bestückt waren und es uns schon schwer machten die Bins zu füllen, sondern auch der Lohn pro gefüllter Kiste war miserabel. So kamen wir trotz aller Anstrengung nur auf einen Stundenlohn von ca. 3 Euro. Wir erfuhren allerdings, dass bald die Birnensaison losgehen sollte und somit entschieden wir uns noch ein bisschen durchzuhalten, denn mittlerweile war uns klar, dass wir das Geld für unseren spontan gebuchten Urlaub in Bali gut gebrauchen können.

11.2.-21.2 waren wir mal wieder im Arbeitsalltag. Wie die Wochen zuvor standen wir um 5 Uhr auf und arbeiteten bis ca. 16 Uhr. Da Lukas und Kevin uns netterweise auch noch ihre angebrochene Monatskarte für das örtliche Schwimmbad hinterließen, gingen wir dort jeden Tag nach der Arbeit eine Runde schwimmen. Abends suchten wir uns dann immer einen Schlafplatz in der Nähe der Farm, damit wir morgens möglichst viel Zeit hatten. Meist stellten wir unser Auto einfach an den Straßenrand direkt vor der Farm ab.

Am 22.2. übermittelte uns der Farmer die Nachricht, dass er keine Arbeit mehr für uns habe. Obwohl nun zwei geplante Arbeitstage wegfielen, waren wir doch erleichtert nie wieder auf einer Farm arbeiten zu müssen. Am selbten Tag machten wir uns auf den Weg Richtung Melbourne, von wo unser Flug am 27.2 nach Bali gehen sollte. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Auf dem Weg zum Federal Square, zu dem wir für free-WiFi gingen, fiel uns auf, dass uns ungewöhlich viele Menschen über den Weg liefen. Es stellte sich heraus, dass dort das „White Night Festival“ stattfand, welches ein Straßenkunst Festival ist. Hierfür versammelten sich ca. 500.000 Menschen auf engstem Raum und wir inmitten der Menschenmassen. Allerdings hatten wir die Shnauze von dem Geschubse und Gedränge schnell voll und wir kämpften uns aus dem Trubel, in dem langsam ein wenig Panik aufkam, heraus.

Die nächsten Tage bis zum Flug (23.2.-27.2.) verbrachten wir mit Vorbereitungen für den anstehenden Flug und erneutem Anschauen von Melbourne. Auf dem Plan standen: Klamotten waschen, Elektronikgeräte aufladen, Platz zum Abstellen des Autos finden (die andern kommen erst ein paar Tage später in Melbourne an, um ihr Auto abzuholen) und noch einmal nach St. Kilda zu fahren, um erneut nach Pinguinen zu Ausschau zu halten.

Am Montagabend (24.2.) begaben wir uns pünktlich zur Dämmerung nach St. Kilda. Bei unserem ersten Melbourne-Aufenthalt am Anfang unserer Reise suchten wir hier schon einmal vergeblich nach Pinguinen, doch heute hatten wir mehr Glück. Keine 5 Minuten nach unserer Ankunft entdeckten wir den ersten Pinguin. Hier sahen wir noch einige andere Pinguine, einen Seestern und einen schönen Sonnenuntergang am Hafen. Alles in allem also ein bildlich sehr beeindruckender Abend.

Die Promenade des St. Kilda Beach

St. Kilda Beach bei untergehender Sonne

Der Hafen vor der Skyline

DSC_0037

Sonnenuntergang beobachtet vom Pier

DSC_0040

Einer der kleinen Pinguine

DSC_0056

Dienstag (25.2.) schauten wir uns ein Dekmal an und genossen am Abend erneut die Skyline Melbournes.

DSC_0095

Melbournes Skyline

DSC_0137 DSC_0139

Am Mittwoch (26.2.) brachten wir unser ausgeliehenes Auto auf Vordermann und machten uns auf die Suche nach einem Platz, an dem wir den Wagen kostenlos für ein paar Tage abstellen konnten. Hierfur fuhren wir unteranderem Plätze an, die im Internet von anderen Backpackern empfohlen waren, diese waren allerdings mittlerweile nichtmehr kostenlos erreichbar. Einen weiteren kurzen Stop machten wir bei der Polizei, die wir nach einem kostenlosen und legalen Abstellplatz fragten. Doch auch diese konnten uns nicht helfen. Letzendlich fuhren wir in ein kleines Wohngebiet wenige Kilometer vom Airport entfernt und fragten dort die Anwohner, ob es ein Problem für sie darstellen würde, das Auto dort abzustellen. Beim ersten Haus trafen wir direkt auf eine nette Dame, die uns erlaubte den Wagen vor ihrem Haus am Straßenrand zu parken.

Donnerstagmorgen (27.2.) war es dann soweit, wir standen zeitig auf und machten uns gegen 6 Uhr morgens auf den Weg Richtung Airport. Einen Shuttle wollten wir nicht nehmen, da diese immer relativ teuer sind. Mit ca. 25kg Gepäck pro Person war unser fast 7km lange Marsch zum Flughafen garnicht so unanstrengend. Kurz vorm Ziel mussten wir feststellen, dass keine Fußwege zum Flughafen führen. Ein Bauerbeiter bei dem wir uns nach dem Weg erkundigten ließ uns mit den Worten „There are no sidewalks to the airport, nobody comes by foot!“ ein Stück über die Baustelle laufen. Anschließend führten uns ein paar Meter über die Hauptverkehrsstraße zum Ziel. Zeitlich passend angekommen gingen wir direkt zum Check-In und warteten auf unseren Flieger.

Abflugbereit!

DSC_0004

Die Arbeitssuche und das Birnenpflücken

Da nach den Blue Mountains unsere Jobsuche auf dem Plan stand, überlegten wir uns zurück in Sydney, wohin wir fahren wollten. Nach einem kurzen Blick in das „Harvest Trail“-Buch entschieden wir dann einfach Richtung Westen aufzubrechen, da dort auf quasi einer Strecke mehrere der bekannten Arbeiterstädte aufzufinden sind. So erstellten wir kurzerhand eine ca 1700km lange Route, auf der wir alle Städte, in denen gerade eine Saison begann, abklappern wollten. Natürlich hofften wir, dass wir diese Strecke nicht bis zum Ende durchfahren müssen. Keine 5 Minuten nach Beginn der Planung waren wir dann auch schon wieder auf der Straße unterwegs. Es war zwar komisch unserer „langen“ Heimat lebewohl zu sagen, jedoch freuten wir uns gleichzeitig darüber, wieder ein bisschen Land zu sehen.

Eine kurze Backpacker-Dusche

Backpackerdusche

Unsere Jobsuche gestaltete sich so, dass wir in den Städten Orange, Forbes, Griffith, Leeton und Cobram jeweils 1-2 Tage damit verbrachten die einheimischen Farms anzufahren und deren Besitzer nach einem Job für uns vier zu fragen. Leider bewies sich, was uns einige Leute bereits erzählt hatten: Die Saison ist dieses Jahr sehr schlecht und dadurch gibt es wenige/keine Jobs zu vergeben. Wir erfuhren allerdings auch von vielen, dass Deutsche hier sehr gerne gesehen werden (freundlich/sprechen gut Englisch/pünktlich) und unseren französischen Nachbarn hingegen ungern ein Job angeboten wird, da viele von ihnen ein wirklich sehr schlechtes Englisch sprechen (wie wir bemerkten). Auch wenn wir viele Absagen bekamen, bzw. nicht angerufen wurden, ließen wir uns nicht unterkriegen und suchten mit ungedämpfter Arbeitslust weiter. Nachdem wir in Cobram für einen Tag bei 48°C zur Probe gearbeitet hatten, entschlossen wir uns, noch weiter zu suchen, da der Job weder gut bezahlt, noch ganz legal angemeldet war. Schließlich kamen wir in eine der größeren Städte des Umkreises: Shepparton. In Shepparton machte uns eine nette Dame in der Visitor Information darauf aufmerksam, dass man sich hier am besten beim Harvest Office meldet, um an Arbeit zu kommen. So fuhren wir direkt am Freitag nachmittag noch dort hin um uns vollkommen motiviert in deren Liste einzutragen. Die offensichtlich verbeamtete Angestellte riet uns am Montagmorgen wiederzukommen, da sie dort dann eine neue Liste anfangen würden, für die beginnende Saison. Allerdings riet sie uns auch pünktlich zu erscheinen, da viele Backpacker erwartet werden. Schnell waren die Öffnungszeiten herausgefunden und wir beschlossen: 8.30 Uhr öffnet das Office – keiner kommt wohl vor 6!

Unser erstes Buschfeuer

Buschfeuer

So starteten wir am Montagmorgen um 5 Uhr in den Tag um die Ersten zu sein, denn der frühe Vogel bekommt in diesem Falle wahrscheinlich einen Job! Wir verschoben das Frühstück also direkt vor die Tür des Büros und schauten bei einem heißen Kaffe ein paar Serien, lasen unsere Bücher und entspannten ein wenig. Auch wenn die Ersten nach uns erst um 6.30 Uhr ankamen, merkte man, dass sich die Schlange bis 8.30 Uhr ordentlich füllte. Es standen dann bei Türöffnung ca 30-40 Backpacker vor diesem Haus und warteten darauf sich in diese Liste einzutragen. Nachdem wir unsere Daten abgegeben hatten (natürlich hatten wir Erfahrung im Picken – wir hatten ja bereits einen Tag gearbeitet!) machten wir uns euphorisch auf den Weg in die Bibliothek um dort den Rest des Tages zu verbringen. Keiner konnte mehr das Klingeln des Telefons abwarten. Leider blieb dies allerdings für den Montag aus, da, wie wir später erfuhren, an diesem einen Tag über 180 weitere Backpacker sich in die Anrufsliste eingetragen hatten.

Dienstag (21.01.) wachten wir in unseren Zelten auf und machten uns so langsam fertig für den kommenden Tag, als plötzlich ein Anruf aus dem Harvest Office alle in Aufregung versetzte. Es stand also fest: Wir haben einen Job! Sogleich mussten wir also aufbrechen um uns zum Eintragen unserer persönlichen Daten wieder bei den gestressten Beamten einzufinden. Nachdem alle Reisepässe beisammen und alles ausgefüllt war, gab man uns dann einige Informationen über den Farmer, dessen Wohnort/unseren Arbeitsplatz und die Bezahlung.

Am Mittwoch (22.01) wurden wir dann von unserem Farmer kontaktiert, der uns schonmal kennenlernen und uns die Farm zeigen wollte. So machten wir uns umgehend auf den Weg nach Lancaster, wo wir den Farmer treffen sollten. Ein 150 Centimeter kleiner Mann mit hoher, piepsiger Stimme nahm uns in Empfang und stellte sich mit dem Namen Larry vor.
Anschließend zeigte er uns seine erste Farm, unseren baldigen Arbeitsplatz. Arbeitsstart sei Sonntag und es wird jeden Tag gearbeitet teilte Larry uns mit. Die verbleibenden Tage verbrachten wir in Shepparton, deckten uns mit Arbeitskleidung ein und schlugen einige Zeit in der Bibliothek tot.

Am Samstag (25.01) fuhren wir in das kleine Örtchen Merrigum, in welchem die Farm lag. Nach kurzer Erkundung überlegten wir uns dann, ob eine Wohnung für diesen Zeitraum zu mieten eventuell günstiger wäre. Uns wurde aber schnell bewusst wie unerfahren wir in diesem Gebiet waren, als mehrere Makler uns bestätigten, dass man Wohnungen hier nur für mehrere Monate mieten könne. So mussten wir doch auf den Campingplatz in Merrigum zurückgreifen, was sich im Nachhinein als eine sehr gute Idee herausstellte. Denn dort trafen wir auf viele unserer zukünftigen Arbeitskollegen. Direkt lernten wir so also Kevin und Lukas kennen, zwei deutsche Backpacker, die mit uns am Sonntag starten sollten.

Am Sonntag (26.01) sollte unser Job dann losgehen. Pünktlich um 6 Uhr morgens standen wir arbeitsbereit auf der Farm.Wir bekamen Picking-Bags und Leitern und schon gings los. Larry fuhr uns zu unserer Baumreihe und wir begannen zu picken. Um 17uhr war dann unser erster Arbeitstag vorbei. Nach insgesamt 14 Bins (Körben) voller Birnen freuten wir uns völlig erschöpft auf unseren wohlverdienten Feierabend.

Arbeitsanfang immer bei Morgengrauen..

CAM01998

Die Birnen-Allee

CAM01978

Die nächsten Tage verbrachten wir mit dem Birnenpflücken. Dies war bei den zwischenzeitlich bis zu 48°C anstrengender als gedacht. Die Abende verbrachten wir dann mit Kevin und Lukas beim Tischtennis spielen und dem Dinieren in feinstem Stil. Hierbei kamen, anstatt der gewöhnlichen Nudeln, auch mal andere Gerichte, wie zB. gebratene Auberginen mit Reis, auf den Tisch. Wir hatten dabei viel Spaß und erzählten uns gegenseitig über unsere bisherige Reise.

Männer bei der Arbeit

image

bei 48°C war es auch den Birnen zu warm

CAM01982

Dinieren mit den Boys

image

Nach 9 Tagen endete unsere Arbeit unerwartet, da alle Birnen gepflückt waren. So mussten wir unsere Pläne ein wenig ändern. Julius und Ronny beschlossen einige Tage eher ins Outback zu fahren. Da wir (André & Simon) das Outback schon gesehen hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als einen Monat hier zu überbrücken, da wir planten Neuseeland wieder gemeinsam zu bereisen. Dies hätte sich allerdings schwierig gestaltet, so ganz ohne Auto. Glücklicherweise überlegten sich Kevin und Lukas, mit den anderen beiden ins Outback zu reisen. Sie schlugen uns vor, dass wir ihren Wagen ja von Merrigum nach Melbourne bringen könnten, während sie in Ronnys und Julius Auto mitfahren. Für uns war das die beste Lösung die wir uns vorstellen konnten, da wir so nach einem Job suchen und gleichzeitig die Strecke nach Melbourne bewältigen können.

So kam es am Samtag (8.2.), nach einer kleinen Abschiedsfeier am Abend zuvor, zu einem schweren Abschied. Kevin und Lukas sollten wir voererst nicht mehr wiedersehen und von Julius und Ronny mussten wir uns schwerenherzens für einen Monat trennen. Wir schmiedeten allerdings schon vorher Pläne uns eventuell auf einem berühmten deutschen Fest wieder zu vereinen.

Rund um die blauen Berge

Den ersten Tag des neuen Jahres verarbeiteten wir die Eindrücke der Silvesternacht, spielten Ball, und erholten uns bei strahlend blauem Himmel „zuhause“ in unserem Stadtpark. Zwischendurch lernten wir George, einen in Sydney lebenden Herrn, kennen. Dieser führt täglich im Park seine Hunde aus. Er bot uns an, gegen ein wenig Geld, seinen Garten und sein Haus wieder auf Vordermann zu bringen. Auch wenn wir im ersten Moment etwas skeptisch waren, dachten wir uns, dass ein wenig mehr Geld in der Tasche nicht schaden könnte und sagten zu.

Am nächsten Morgen standen wir sehr früh auf und machten uns ein ausgiebiges Frühstück um uns auf den geplanten ersten Arbeitstag vorzubereiten. Doch George erschien später als geplant, weil die von ihm bestellten Container zu spät ankamen. Wir fuhren trotzdem zu seiner Wohnung um uns darauf vorzubereiten, was uns erwartet. Die „Wohnung“ war den Erwartungen entsprechend total vollgerümpelt: Überall standen kaputte Möbel, Elektrogeräte, Essensreste und Müll. Dies erinnerte uns an die Worte unserer Mütter, mit denen sie gerne unsere Zimmer beschrieben. Anschließend lud er uns auf ein paar Bier in eine Bar ein. Wir unterhielten uns dort über alles mögliche, unter anderem über unsere Reise, sein Leben und seltsame Stammgäste der Bar. Bei dem dritten Bier entschieden wir uns, den angebrochenen Tag (es war erst 11:30 Uhr) noch zu nutzen und eine Stadttour zu machen. George bot uns netterweise an, uns bis zur Haltestelle in der Innenstadt zu bringen. Vorher machten wir jedoch noch an seinem Haus halt, wo er uns sogar noch etwas zu essen zubereitete. In der Stadt angekommen, mussten wir feststellen, dass die City-Explorer-Tour um einiges teurer war als gedacht, weshalb wir uns entschieden, unser altes Muster beizubehalten und den FreeShuttle-Bus bis zum Circular Quay am Hafen zu nehmen. Von dort hatten wir einen tollen Ausblick auf die Harbour Bridge und waren nicht weit vom Opera House entfernt. Deswegen machten wir uns auf den kurzen Fußmarsch, um uns dieses aus der Nähe anzuschauen. Dort angekommen erkannten wir erst, wie fein gearbeitet die kleinen Fliesen auf dem Dach des Hauses die Struktur einer Muschelschale widerspiegeln. Auch an sich war es ein Erlebnis einmal vor dem so bekannten Opernhaus zu stehen und es quasi live und in Farbe zu betrachten.

Wir vor dem Opera House

wpid-CAM01665.jpg

Am nächsten Tag (Freitag, 03.01.) begann dann endlich unser erster Arbeitstag in Sydney. Nach kurzen Anweisungen begannen wir, den Garten auszuräumen. Zwei Stunden lang schmissen wir von Paletten bis Durchlauferhitzer alles in einen riesigen Container. Nach abschließendem Harken und Fegen sah es auch schon wieder annehmbar aus. Nach einer kleinen und sehr leckeren Mahlzeit drückte er jedem von uns 50 Dollar in die Hand und empfahl uns den Maroubra Beach. Diesen wollten wir aber erst am nächsten Tag besuchen. Die zweite Hälfte des Tages verbrachten wir mit Eis essen, Blog schreiben und Film gucken.

Den Samstagmorgen (04.01.) warteten wir gespannt auf unseren nächsten Arbeitstag vor Georges Haus. Leider war er nicht zuhause und auch über sein Handy nicht zu erreichen. Dies führte dazu, dass wir nach 2 Stunden aufgaben und uns den vorgeschlagenen Strand angucken wollten. Um uns vorher noch ordentlich zu stärken machten wir uns kurzerhand eine Backpacker-Bolognese (Nudeln mit Fertigtomatensauce und Hackfleisch). So fuhren wir Richtung Maroubra Beach und verbrachten dort eine Stunde in den heftigen Wellen des Badestrandes. Leider waren diese Wellen anscheinend stärker als die Lifeguards handhaben konnten, so wurde der Strand geschlossen und wir mussten zurück zu unserem Stammplatz im Jubilee Park.

Da wir einen so großen Gefallen an den Stränden Sydneys gefunden hatten, beschlossen wir am nächsten Tag (05.01.) einen Strandtag einzuschieben: Wir fuhren an den bekanntesten Strand Sydneys, den Bondi Beach. Dieser war allerdings dermaßen überfüllt, dass wir an Ort und Stelle umdrehten und zum Auto zurückkehrten, da wir noch den vom Namen ansprechenden Strand „Manly Beach“ im Hinterkopf hatten. Am männlichen Strand herrschten, mit sehr hohen Wellen und höchsten Windgeschwindigkeiten Bedingungen, denen nur die widerstandsfähigsten Männer standhalten können. Leider waren Andere den Verhältnissen nicht gewachsen und nach einer halben Stunde sahen sich die Lifeguards gezwungen den Strand zu schließen. Der wie gewohnt guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch, denn auch wenn wir anschließend zu unserem Schlafplatz zurückkehrten und der Tag relativ unspektakulär endete, finden wir immer einen Grund gute Laune zu haben.

Auch am 6. Tage des neuen Jahres setzten wir unsere Strandtour fort und bestritten einen Teil des Bondi to Coogee Walks. Sehr abwechslungsreich führte uns dieser über Stock, Stein, Wiese und Sand die Küste entlang. Jede Bucht unterschied sich von der vorherigen, so war die eine komplett aus Stein und die nächste mit einem Sandstrand versehen. Unser absolutes Highlight stellte eine Art natürlicher Whirlpool dar. Die Wellen, welche nicht von schlechten Eltern waren, schlugen mit voller Wucht gegen die hufeisenförmig angeordneten Felsen, sodass sich das Becken mit Schaum füllte. Es machte sehr viel Spaß gegen die starke Strömung anzukämpfen und danach den Anblick der Bucht in vollen Zügen zu genießen. Zum Pechvogel des Tages wurde Ronny auserkoren, denn zu seinem Unglück wurde er von einer starken Welle überrascht die ihn gegen einen der Felsen prallen ließ. Dabei verstauchte er sich den Fuß und war für die nächsten Tage gehandicapt. Deswegen brauchten wir für den Rückweg einiges länger, sodass wir uns erst am frühen Abend nach Watsons Bay begaben. An dieser Bucht gab es den spektakulärsten Ausblick der Stadt zu sehen. Vom Strand aus konnte man hinter den vielen Booten die Silhouetten der Hochhäuser Sydneys betrachten. Gleichzeitig spiegelte sich die untergehende Sonne im Wasser und sorgte für eine Aussicht, die kaum in Worte zu fassen ist. Völlig aus dem Häuschen entschlossen wir kurzerhand, den Rest des Abends dort zu verbringen.

Ein Teil des Walks entlang der Klippen

wpid-CAM01719.jpg

Eine der Strandbuchten

wpid-CAM01720.jpg

Die Silhouette der Skyline

wpid-IMG_20140120_152355.jpg

Am 8.1. vollzogen wir vorübergehend einen Tapetenwechsel, und fuhren vormittags weg von Großstadt und Strand in die Blue Mountains. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir unseren Zielort Katoomba. Zunächst machten wir am schwer zu übersehenden Hauptaussichtspunkt halt, von dem man zum einen die Three Sisters – drei im Laufe der Zeit entstandenen Sandsteinsäulen – sehr gut erkennen konnte und der zum anderen eine phänomenale Aussicht auf die Weiten der Wälder des Nationalparks bot. Nach einem kurzen Aufenthalt im nahe gelegenen Visitor Centre begannen wir mit der Erkundung der Umgebung.und gingen die ersten 100 Treppenstufen des Giant Stairway herunter. Hatte man jene bewältigt, konnte man über eine Brücke über dem Abgrund direkt auf eine der Three Sisters gehen. Im Anschluss folgten ein paar kleine Wartungsarbeiten an unserem geliebten Auto, welche ein wenig Zeit in Anspruch nahmen. Danach fuhren wir zu den Leura Cascades. Letztere sind sehr kleine idyllische Wasserfälle, die über mehrere Stationen verteilt sind und jedesmal ein klein wenig anders aussehen. Unser letztes Etappenziel waren die Wentworth Falls. Diese sind um ein vielfaches größer als die vorherigen Kaskaden. Vom Parkplatz brachen wir auf zum Lookout, der einen guten Blick auf die Wasserfälle aus der Ferne ermöglichte. Da wir natürlich immer besonderen Wert auf den Komfort der Verletzten legen, durfte Ronny auf einem dünnen Baumstamm dorthin getragen werden. Den eigentlichen Trampelpfad zu den Wasserfällen konnte er aber nicht zurücklegen, also legten wir anderen Drei den sonst 60 Minuten Weg in absoluter Rekordzeit von 20 Minuten (inklusive aller Lookouts und Zwischenstopps) fast im Sprint zurück. Es mag seltsam klingen, aber trotz der großartigen Sehenswürdigkeiten bleibt vor allem die Fahrt zu unserem Campingspot in Erinnerung. Die Mitarbeiterin des Visitor Centers teilte uns mit, dass sie diesen Ort vielen Anderen auch empfohlen habe und wir auf viele Leute treffen würden. Also folgten wir bei völliger Dunkelheit, Regen und Nebel den Angaben unseres Navigationsgeräts. Doch schon nach einigen hundert Metern bogen wir auf eine abgelegene Straße ab, der wir 20km über Asphalt und Dirtroad folgten ohne auch nur ein anderes Auto zu treffen. Speziell als wir Privatgrundstücke durchqueren mussten, deren Zugang erst nach dem Öffnen eines Tores möglich war, zweifelten wir daran, dass wir die Koordinaten richtig eingegeben hatten. Nach einer gefühlten Ewigkeit endete unsere Route weit weg von jeglicher Art von Zivilisation mitten auf einer grünen Wiese. Wir vermuteten tatsächlich richtig gefahren zu sein und machten mitten im Gras halt. Seltsamerweise waren anscheinend trotz großer Werbung im Visitor Center nur vier Personen auf dem ganzen Areal – Wir.

Die drei Schwestern

wpid-CAM01739.jpg

Verschnaufspause an der ersten Sister

wpid-CAM01794.jpg

Ein Teil des Premium-Health-Care Paketes

wpid-CAM01834.jpg

Selbst am nächsten Morgen hatten wir sämtliche Fläche für uns alleine. An diesem Tage stand unter anderem der gesamte Giant Stairway auf dem Programm. Mit Wanderschuhen bzw. Mülltüte statt Schuh am Fuß und Stock in der Hand (einmal mehr aus unserem Premium Healthcare Paket für Ronny), stiegen wir an die 1.000 Treppenstufen herunter. Dank des eigentlich eher schlechten Wetters, es war bewölkt und diesig, trafen wir auf ein eigenartiges Bild als wir wieder auf den ersten Fels der Three Sisters trafen. Denn links von diesem bot sich eine weitreichende Sicht auf das Tal, rechts schien es allerdings als seien wir am Ende der Welt angelangt, denn man konnte gefühlt keine zehn Meter weit sehen, da der Nebel dort so dicht war. Unten angekommen absolvierten wir nach kurzer Pause in gut einer Stunde den Federal Pass quer durch den Wald zur Haltestelle des steilsten Personenzuges der Welt. In der Tat stellte sich die Fahrt als ziemlich abgefahren heraus, denn bei einer Steigung von bis zu ca. 60 Grad, vorausgesetzt man hatte die verstellbaren Sitze möglichst steil eingestellt, zog uns die Bahn den Berg wieder hinauf zu unserem Startpunkt. Wir beschlossen noch eine letzte Nacht in Sydney auf unserem „Grundstück“ im Federal Park zu schlafen um am nächsten Tag in Ruhe zu überlegen wohin die Reise als nächstes geht.

Das Ende der Welt (rechts)

wpid-CAM01856.jpg

Der Startpunkt des Zuges // In der Ferne die Three Sisters

wpid-CAM01905.jpg

Unser Blick ins Tal

wpid-CAM01934.jpg

Das Abendessen gefangen

wpid-CAM01832.jpg