Zu zweit zurück zum Anfang

Am 9.2. war es dann so weit: Wir waren nur noch zu zweit unterwegs. Obwohl die schöne Zeit in der 6-er Gruppe nun vorbei war, freuten wir uns darauf wieder einmal neue Erfahrungen zu sammeln, denn wir hatten ja jetzt unser „eigenes“ Auto in dem wir auch schlafen konnten.

Die Freude aufs eigene Auto ist groß

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Nun mussten wir uns überlegen, wie wir an einen neuen Job kommen. Da uns das Jobcenter in Shepparton schon einmal gute Dienste geleistet hatte, wollten wir also am Montag mal wieder oben auf der Liste stehen. Standesgemäß wurde also unser mobiler Schlafplatz direkt am ersten Abend unter einer Brücke abgestellt. Um Platz zum komfortablen Schlafen im Kofferraum zu haben, räumten wir all unser Gepäck auf die Vordersitze, die damit bis an die Decke gefüllt waren.
Nach einer gemütlichen Nacht unter der Brücke machten wir es uns dieses Mal (Montag, 10.2.) schon um 5 Uhr vor der Tür des Büros gemütlich, da wir dachten, dass sich das mit dem frühen Anstellen rumgesprochen hätte. Während wir vor dem Office frühstückten, stellte sich erneut heraus, dass es sich gelohnt hatte, früh aufzustehen. Um 6 Uhr, 2 1/2 Stunden vor Öffnungzeit, kam ein Mitarbeiter des Büros vorgefahren, der genau einen Job für zwei anzubieten hatte. Da wir zu der Uhrzeit immernoch die einzigen vorm Office waren, hatten wir also erneut einen Job. Bedingung war allerdings, dass wir direkt aufbrechen mussten, da der Farmer noch für den selben Tag Leute brauchte. Dies passte uns ganz gut, denn jeder Tag mit Arbeit bedeutet ein bisschen mehr Geld in der schon relativ knapp bemessenen Reisekasse. So zogen wir uns also direkt wieder die Arbeitsklamotten an und machten uns auf den Weg nach Ost Shepparton, wo uns der Farmer Joe in Empfang nehmen sollte. Angekommen begrüßte uns unser neuer Arbeitgeber, drückte uns Picking-Bags in die Hand und gab Andre einen Crashkurs im Traktorfahren. Mit unserm eigenen Traktor fuhren wir zu einer Reihe Pflaumenbäume, welche wir auf Anweisung vom Boss ernten sollten. Wie immer starteten wir hochmotiviert. Drei Stunden später sah das Ganze dann schon anders aus. Nicht nur, dass die Bäume mit wenig Früchten bestückt waren und es uns schon schwer machten die Bins zu füllen, sondern auch der Lohn pro gefüllter Kiste war miserabel. So kamen wir trotz aller Anstrengung nur auf einen Stundenlohn von ca. 3 Euro. Wir erfuhren allerdings, dass bald die Birnensaison losgehen sollte und somit entschieden wir uns noch ein bisschen durchzuhalten, denn mittlerweile war uns klar, dass wir das Geld für unseren spontan gebuchten Urlaub in Bali gut gebrauchen können.

11.2.-21.2 waren wir mal wieder im Arbeitsalltag. Wie die Wochen zuvor standen wir um 5 Uhr auf und arbeiteten bis ca. 16 Uhr. Da Lukas und Kevin uns netterweise auch noch ihre angebrochene Monatskarte für das örtliche Schwimmbad hinterließen, gingen wir dort jeden Tag nach der Arbeit eine Runde schwimmen. Abends suchten wir uns dann immer einen Schlafplatz in der Nähe der Farm, damit wir morgens möglichst viel Zeit hatten. Meist stellten wir unser Auto einfach an den Straßenrand direkt vor der Farm ab.

Am 22.2. übermittelte uns der Farmer die Nachricht, dass er keine Arbeit mehr für uns habe. Obwohl nun zwei geplante Arbeitstage wegfielen, waren wir doch erleichtert nie wieder auf einer Farm arbeiten zu müssen. Am selbten Tag machten wir uns auf den Weg Richtung Melbourne, von wo unser Flug am 27.2 nach Bali gehen sollte. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Auf dem Weg zum Federal Square, zu dem wir für free-WiFi gingen, fiel uns auf, dass uns ungewöhlich viele Menschen über den Weg liefen. Es stellte sich heraus, dass dort das „White Night Festival“ stattfand, welches ein Straßenkunst Festival ist. Hierfür versammelten sich ca. 500.000 Menschen auf engstem Raum und wir inmitten der Menschenmassen. Allerdings hatten wir die Shnauze von dem Geschubse und Gedränge schnell voll und wir kämpften uns aus dem Trubel, in dem langsam ein wenig Panik aufkam, heraus.

Die nächsten Tage bis zum Flug (23.2.-27.2.) verbrachten wir mit Vorbereitungen für den anstehenden Flug und erneutem Anschauen von Melbourne. Auf dem Plan standen: Klamotten waschen, Elektronikgeräte aufladen, Platz zum Abstellen des Autos finden (die andern kommen erst ein paar Tage später in Melbourne an, um ihr Auto abzuholen) und noch einmal nach St. Kilda zu fahren, um erneut nach Pinguinen zu Ausschau zu halten.

Am Montagabend (24.2.) begaben wir uns pünktlich zur Dämmerung nach St. Kilda. Bei unserem ersten Melbourne-Aufenthalt am Anfang unserer Reise suchten wir hier schon einmal vergeblich nach Pinguinen, doch heute hatten wir mehr Glück. Keine 5 Minuten nach unserer Ankunft entdeckten wir den ersten Pinguin. Hier sahen wir noch einige andere Pinguine, einen Seestern und einen schönen Sonnenuntergang am Hafen. Alles in allem also ein bildlich sehr beeindruckender Abend.

Die Promenade des St. Kilda Beach

St. Kilda Beach bei untergehender Sonne

Der Hafen vor der Skyline

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Sonnenuntergang beobachtet vom Pier

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Einer der kleinen Pinguine

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Dienstag (25.2.) schauten wir uns ein Dekmal an und genossen am Abend erneut die Skyline Melbournes.

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Melbournes Skyline

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Am Mittwoch (26.2.) brachten wir unser ausgeliehenes Auto auf Vordermann und machten uns auf die Suche nach einem Platz, an dem wir den Wagen kostenlos für ein paar Tage abstellen konnten. Hierfur fuhren wir unteranderem Plätze an, die im Internet von anderen Backpackern empfohlen waren, diese waren allerdings mittlerweile nichtmehr kostenlos erreichbar. Einen weiteren kurzen Stop machten wir bei der Polizei, die wir nach einem kostenlosen und legalen Abstellplatz fragten. Doch auch diese konnten uns nicht helfen. Letzendlich fuhren wir in ein kleines Wohngebiet wenige Kilometer vom Airport entfernt und fragten dort die Anwohner, ob es ein Problem für sie darstellen würde, das Auto dort abzustellen. Beim ersten Haus trafen wir direkt auf eine nette Dame, die uns erlaubte den Wagen vor ihrem Haus am Straßenrand zu parken.

Donnerstagmorgen (27.2.) war es dann soweit, wir standen zeitig auf und machten uns gegen 6 Uhr morgens auf den Weg Richtung Airport. Einen Shuttle wollten wir nicht nehmen, da diese immer relativ teuer sind. Mit ca. 25kg Gepäck pro Person war unser fast 7km lange Marsch zum Flughafen garnicht so unanstrengend. Kurz vorm Ziel mussten wir feststellen, dass keine Fußwege zum Flughafen führen. Ein Bauerbeiter bei dem wir uns nach dem Weg erkundigten ließ uns mit den Worten „There are no sidewalks to the airport, nobody comes by foot!“ ein Stück über die Baustelle laufen. Anschließend führten uns ein paar Meter über die Hauptverkehrsstraße zum Ziel. Zeitlich passend angekommen gingen wir direkt zum Check-In und warteten auf unseren Flieger.

Abflugbereit!

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